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"Wie kann man auf Schyzerdütsch ficken?" |
- ... manchmal reicht es, nur an sie zu denken. Dann -
kommt der Zustand. Ich schäme mich. Dabei studiere ich die Schrift nicht aus
Lüsternheit. Sie wissen, daß ich Geheimpolizist bin. Was Sie nicht wissen: Ich
bin der Oberste Geheimpolizist von Teheran.
- Und dafür, daß
Sie mich in Ihre Polizeiambulanz entführen, durch Ihre Geheimpolizistinnen, die
Sie im Postamt postieren, dafür schämen Sie sich nicht?
- Polizeiambulanz?
Habe einen Moment lang vergessen, daß Polizeiambulanz ein Wort meiner Privatsprache ist.
Wurscht.
- Und daß Sie sich mit nacktem Oberkörper in Ihrem
Boudoir präsentieren, schämen Sie sich nicht?
‚Und daß Sie
sich - Punkt, Punkt, Punkt - präsentieren,
schämen Sie sich nicht’, ist nicht
korrekt, LeserIn. I know. Aber wir sind zum einen: In der Literatur. Und hast
Du, zum anderen, schon mal von Polizeideutsch
gehört? Resp. von Polizeiteheranisch,
was auf das Gleiche hinauskommt?
„Nein“, sagt Nehru, „das heißt: Ich habe mich
geschämt. Aber ich hätte mich mehr geschämt, unendlich mehr, wenn ich es sagen hätte müssen.“
Merke, LeserIn: In sexualibus gebiert das Wort die
Scham. Keine (echte, große) Scham - ohne Worte. Wie überhaupt: Keine Sexualität
ohne Worte. Weshalb jener deutschsprachige Freund von mir ganz zu recht fragte:
„Wie kann man auf Schwyzerdütsch
ficken?“
Beinahe hätte ich statt ‚jener deutschsprachige Freund von mir’ – ‚jener
deutschsprachige Freud von mir’ geschrieben
– ein Freudscher, der aus
Freundschaft
Freud schafft.
Aber halt, LeserIn. Vor lauter Sexualität und Freud übersehen
wir nicht nur die Literatur, sondern das wichtigste an der Realität. Was hat Nehru
gesagt? Er ist der Oberste Geheimpolizist
von Teheran. Kommt uns da eventuell - ein Verdacht?
wird fortgesetzt
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