Sonntag, 27. Juni 2010

Literarische Solidarität mit der Protestbewegung im Iran - Vorankündigung einer Veranstaltung im Oktober




















Im Herbst 2009 diskutierte ich mit Vladimir Vertlib



http://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Vertlib

über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der iranischen Protestbewegung und den 1989er Revolutionen in Osteuropa, die sich ja 2009 zum zwanzigsten Mal gejährt haben – und über die Frage, wie es einem geht, wenn man die Revolution in seiner Heimat aus der Perspektive des Exils erlebt. Aus diesem Gespräch wurde die Idee einer Lesung zur Solidarität mit der Demokratiebewegung im Iran geboren.


Bald war auch Julya Rabinowich



http://julyarabinowich.com/

und etwas später Renate Welsh



http://de.wikipedia.org/wiki/Renate_Welsh

mit von der Partie. Es dauerte aber noch bis wir einen Veranstalter (Werner Korn) und einen Veranstaltungsort (echoraum wien, link siehe unten) gefunden hatten und – viel länger – bis wir uns auf einen Termin einigen konnten. Jetzt endlich sind wir soweit, eine erste Ankündigung unserer Solidaritäts-Lesung ausschicken zu können.



Revolution im Iran: Literarische Solidarität



Iranische und nicht-iranische Autorinnen und Autoren lesen und diskutieren.



Ort: echoraum wien, Sechshauser Straße 66, 1150 Wien




Zeit: Freitag, 22. Oktober 2010, 19:30



AutorInnen: Renate Welsh, Julya Rabinowich, Vladimir Vertlib, Sama Maani



Eintritt: 10.-/5.-

Der Erlös der Veranstaltung fließt an „Ärzte für Menschenrechte im Iran - Wien“ http://www.iran-scientists.net/



Wie erlebt man die Revolution in der Heimat aus der Perspektive des Exils?



Für jene Iraner, die schon im Exil waren, als 1979 im Iran eine Revolution ausbrach, berühren die Ereignisse nach den iranischen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 in mehrfacher Weise das Thema Rückkehr: Rückkehr der Erinnerungen an jene Zeit, in der sich, angesichts der durch die 1979er Revolution ausgelösten Hoffnungen, viele von ihnen für die Rückkehr in die Heimat entschieden - um kurz darauf wieder die Rückkehr ins Exil antreten zu müssen.



Die Rückkehr der Vergangenheit findet aber nicht nur in der Erinnerung der Exilierten statt. Die aktuelle iranische Protesbewegung als solche wird häufig als eine Reinszenierung der 1979er Revolution wahrgenommen – und es erhebt sich die Frage wie dieser Rückbezug zu bewerten ist: Muss sich die Geschichte immer nur als Farce wiederholen? Oder kann eine revolutionäre Bewegung gerade durch die Reinszenierung ihrer Vorgänger-Revolution diese rückwirkend von ihren Traumen befreien?



Solche und ähnliche Fragen - u.a. auch die Frage nach Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen der „Grünen Bewegung“ im Iran und den Revolutionen 1989 in Osteuropa – bilden den thematischen Horizont einer Lesung, mit der ein iranischer Autor und drei nicht-iranische AutorInnen ein Zeichen der Solidarität mit der iranischen Protestbewegung setzen möchten. Im Anschluss an die Lesung ist eine Publikumsdiskussion geplant.

Kommentare:

shapour hat gesagt…

ob bei dieser veranstaltung auch ein ganzer rattenschwanz, bestehend aus simone dina hartmann und co, dran hängt? mullahs an die eier gehen, gerne, aber nicht mit rassistischen, rechtszionistischen,neokonservativen verbündeten,die sich nicht sicher sind ob ein militärischer angriff auf iran und die ausschaltung auch derer mit denen sie angeblich solidarisch sind, nicht doch die bessere option ist

Sama Maani hat gesagt…

Sehr geehrter "shapour", Wie Sie - ausgehend von der Ankündigung zu unserer Veranstaltung - zu den Zuschreibungen "rassistisch",
"rechtszionistisch", "neokonservativ" kommen, ist völlig unklar. Mit dem Inhalt dieser Ankündigung und den sonstigen Inhalten dieses blogs kann das nichts zu tun haben. Vielleicht bezieht sich das, was Sie schreiben, auf Ihre Erfahrungen bei anderen Iran-Veranstaltungen. Ich kenne jedenfalls keine Simone Dina Hartmann, den Ausdruck "rechtszionistisch" höre ich zum ersten Mal - und wie Sie im Zusammenhang mit unserer Verastaltung auf das Attribut "rassistisch" kommen, müssen Sie uns erst mal erklären.

Eines möchte ich Ihnen aber sagen: Wer, so wie Sie, "den Mullahs gerne an die Eier geht", sollte aufpassen, ihnen nicht auf den Leim zu gehen. Das tun Sie nämlich, indem Sie auf die Ankündigung einer Veranstaltung zur Solidarität mit der Freiheitsbewegung im Iran, bei der das Thema "militärischer Angriff" nicht einmal gestreift wird, mit ebendieser Keule (d.h. eines möglichen Angriffs auf den Iran) reagieren. Damit besorgen Sie - wie ich annehme unbeabichtigt - das Geschäft der Mullahs, die jeden Protest gegen ihr Mörderregime mit der (angeblichen oder tatsächlichen) Gefahr eines "militärischen Angriffs" auf den Iran in Verbindung zu bringen versuchen - um ihre Kritiker mundtot zu machen.
Sama Maani